{"id":460,"date":"2009-12-04T17:10:22","date_gmt":"2009-12-04T16:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/institut.moezart.de\/?p=460"},"modified":"2009-12-04T17:10:22","modified_gmt":"2009-12-04T16:10:22","slug":"erfahrungssatze-zur-geruchsemmision-aus-kanalisationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/2009\/12\/04\/erfahrungssatze-zur-geruchsemmision-aus-kanalisationen\/","title":{"rendered":"Erfahrungss\u00e4tze zur Geruchsemmision aus Kanalisationen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><em><strong>Ausz\u00fcge aus eigenen Gutachten.<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li> Abwasser hat grunds\u00e4tzlich einen unangenehmen Geruch.<\/li>\n<li>In Abwasserdruckleitungen und Kanalisationen kann es zu F\u00e4ulnisprozessen            kommen, welche diesen unangenehmen Geruch verst\u00e4rken.<\/li>\n<li> Die Bildung von solchen Gasen nimmt dramatisch zu, wenn das Abwasser            lange im Entw\u00e4sserungssystem verweilt und so genug Zeit hat Geruchsgase            zu bilden.<\/li>\n<li> An Stellen mit Turbulenzen, wie z. B. bei Einl\u00e4ufen in Sammelr\u00e4umen            von Pumpwerken ist mit erh\u00f6hter Ausgasung zu rechnen.<\/li>\n<li> Geruchsprobleme und faules Abwasser sind bekannte und nennenswerte            Nachteile einer Abwassersammlung in d\u00fcnnbesiedelten Gebieten, wenn            das Abwasser einer zentralen Abwasserbehandlung zu gef\u00fchrt werden            soll.<\/li>\n<li> Kanalisationen be- und entl\u00fcften sich selbstst\u00e4ndig. Dazu            werden planm\u00e4\u00dfig \u00d6ffnungen im Kanalnetz geschaffen,            z.B. &#8222;\u00dcberdachf\u00fchrung&#8220; der Geb\u00e4udefallleitungen.            Es ist grunds\u00e4tzlich davon auszugehen, dass an nicht bzw.            sehr schwer berechenbaren Stellen das Kanalsystem konzentriert entl\u00fcftet            wird und es damit an diesen Stellen verst\u00e4rkt zu Geruchsbel\u00e4stigungen            kommt.<\/li>\n<li> Die Errichtung eines Abwasserhauptpumpwerkes f\u00fcr ein Einzugsgebiet            in unmittelbarer N\u00e4he eines Wohnhauses ist schon vom planerischen            Ansatz bedenklich, sofern nicht au\u00dfergew\u00f6hnliche Ma\u00dfnahmen            f\u00fcr eine Abluftreinigung nach hohen Anspr\u00fcchen geplant und            realisiert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Beweisbeschluss<\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;Der Sachverst\u00e4ndige soll          das Windverteilungsschema auswerten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die vom Sachverst\u00e4ndigen verwendeten Methoden zur Emissionsbewertung          haben den Charakter einer Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Wissenschaftlich tragf\u00e4higere Methoden der Qualifizierung und Quantifizierung          von Emissionen werden im Rahmen der Erstellung von Emissionsgutachten          eingesetzt.<\/p>\n<p>Diese Methoden sind ebenfalls subjektiv, mit dem Unterschied, da\u00df          hier mehr Nasen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zur sensorischen          Bewertung herangezogen werden.<\/p>\n<p>Methodisch ging der Sachverst\u00e4ndige so vor, dass ein Lageplan          der Beklagten des Abwasserhauptpumpwerkes mit dem Nordpfeil und das Windverteilungsschema          digitalisiert wurde.<\/p>\n<p>Im zweiten Schritt wurde in die digitalisierte Zeichnung des Abwasserhauptpumpwerkes          das Windverteilungsschema hineinkopiert.<\/p>\n<p>Der Sachverst\u00e4ndige geht im Rahmen der Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung          davon aus, dass die Windverh\u00e4ltnisse des amtlichen Gutachtens          gen\u00fcgend genau die Windverh\u00e4ltnisse der Luvseite des Geb\u00e4udes          der Kl\u00e4gerin beschreiben. Insofern ist das amtliche Gutachten hinreichend          zutreffend, weil keine Bebauung oder kein nennenswerter Bewuchs \u00f6rtlich          die Westwinde beeinflusst.<\/p>\n<p>In Auswertung des Windverteilungsschemas          und der \u00d6rtlichkeiten kommt der Sachverst\u00e4ndige zu der Auffassung,          dass an 28,8 % aller Tage im Jahr eine Geruchsbel\u00e4stigung sehr          wahrscheinlich ist.<\/p>\n<p>Nicht auszuschlie\u00dfen ist weiter, dass bei Windstille (1,1          %) sich eine Dunstglocke radial ausbreitet, deren Ausma\u00dfe ebenfalls          die Grundst\u00fccksgrenze \u00fcberschreiten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Insgesamt sieht es der Sachverst\u00e4ndige f\u00fcr sehr wahrscheinlich          an, dass die Kl\u00e4gerin an 29,9 % aller Tage; also an 109 Tagen          im Jahr &#8211; im langj\u00e4hrigen Mittel betrachtet &#8211; eine Geruchsbel\u00e4stigung          erdulden muss, wobei der Nachweis, ob au\u00dferdem eine gesundheitliche          Gef\u00e4hrdung durch Schwefelwasserstoff mit den bisherigen Ma\u00dfnahmen          hinreichend zuverl\u00e4ssig ausgeschlossen werden kann, bei Streitfall          noch zu f\u00fchren w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausz\u00fcge aus eigenen Gutachten. 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