{"id":3793,"date":"2011-02-21T10:15:40","date_gmt":"2011-02-21T09:15:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.institut-halbach.de\/?p=3793"},"modified":"2011-02-21T10:15:40","modified_gmt":"2011-02-21T09:15:40","slug":"ueberlegungen-zur-renaturierung-des-domerslebener-sees","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/2011\/02\/21\/ueberlegungen-zur-renaturierung-des-domerslebener-sees\/","title":{"rendered":"\u00dcberlegungen zur Renaturierung des Domerslebener Sees"},"content":{"rendered":"<h3>Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung ausgew\u00e4hlter Aspekte, die einer Sanierung des Domerslebener Sees entgegen zustehen scheinen<\/h3>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Teilanonymisierte Stellungnahme<\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"> <\/span><\/p>\n<p>Auftraggeber:<br \/>\nStadt Wanzleben-B\u00f6rde &#8211; Ortschaft Domersleben<br \/>\nMarkt 1-2, 39164 Wanzleben<\/p>\n<p>Auftragnehmer:<br \/>\nInstitut f\u00fcr Wasserwirtschaft Halbach<br \/>\nSchlo\u00dfstra\u00dfe 2, 08412 Werdau<\/p>\n<p>Bearbeiter:<br \/>\nUwe Halbach<br \/>\nDiplom-Ingenieur (FH) f\u00fcr Wasserwirtschaft &amp; Diplom-Volkswirt<\/p>\n<p>Ausfertigung:                              Internet<\/p>\n<p>gez. U. Halbach<br \/>\nInstitutsleiter<\/p>\n<p>Werdau, den 24. September 2010<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; color: #000080;\"> <\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><a href=\"#Hinweise\">1               Allgemeine Hinweise<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Situation\">2               Beschreibung des momentanen Standes der Situation<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Meinungen\">3               Ausgew\u00e4hlte Meinungen gegen die Sanierung des Domerslebener Sees<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Bemerkungen\">4               Erg\u00e4nzende Bemerkungen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Quellen\">5               Quellen- und Literaturverzeichnis<\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; color: #000080;\"> <\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"Hinweise\"><\/a><strong>1. Allgemeine Hinweise<\/strong><\/p>\n<p>Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Bewertung des wohl nur vermeintlichen Widerspruchs zwischen dem geplanten Vorhaben der Sanierung des Domerslebener Sees und den Vorgaben der Europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinie.<\/p>\n<p><em>Ziel der fachlichen Begleitung<\/em><\/p>\n<p>des Institutes f\u00fcr Wasserwirtschaft Halbach ist es, das Projekt der Sanierung des Domerslebener Sees zu begr\u00fcnden, zu unterst\u00fctzen, auch um den erforderlichen Aufwand der Gemeinde zur Bew\u00e4ltigung eventuell nicht zweckm\u00e4\u00dfiger Auflagen und Nachweise zu minimieren.<\/p>\n<p>Die Bewertungsmethode beschr\u00e4nkt sich dabei nur auf die Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung der Beweisf\u00fchrung, dass die Vorgaben der Europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinie im Widerspruch zu den geplanten Vorhaben der Wiederentstehung des Domerslebener Sees stehen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><a name=\"Situation\"><\/a><strong>2. Beschreibung des momentanen Standes der Situation<\/strong><\/p>\n<p><del datetime=\"1999-11-27T09:37\" cite=\"mailto:Uwe%20Halbach\"> <\/del><del datetime=\"1999-11-27T09:37\" cite=\"mailto:Uwe%20Halbach\"><\/del><\/p>\n<p>\u201e<em>Noch im 17. Jahrhundert gab es s\u00fcdlich der Ortslage Domersleben einen gro\u00dfen See. Als Vorfluter flie\u00dft die Domersleber Sarre aus der Ortslage Domersleben in Richtung Wanzleben. Der Mittelgraben, auch Dreilebener Sarre genannt, m\u00fcndet aus westlicher Richtung, vom Remkersleber Wehr aus, in die Sarre (im ehemaligen Seegebiet).<\/em><\/p>\n<p><em>Durch Eingriffe in den Wasserhaushalt und durch Eintrag von Erosionsmaterial der umliegenden \u00c4cker verlandete der See schleichend. Im 19. Jahrhundert war der See dadurch entg\u00fcltig verschwunden. Die \u00fcbriggebliebenen Wiesen sind sehr feucht, mit Gr\u00e4ben durchzogen und teils mit Schilf bewachsen. Vom Herbst bis zum Fr\u00fchjahr bilden sich oft ausgedehnte Wasserfl\u00e4chen, mit einer Tiefe von bis zu einem halben Meter aus. Der Bereich ist au\u00dferdem als Retentionsfl\u00e4che, zum Hochwasserschutz der Stadt Wanzleben, von gro\u00dfer Bedeutung. Dies ist im Zusammenhang mit der Betriebsweise und der damit verbundenen Erlangung der Wasserrechtlichen Erlaubnis des bereits vorhandenen Domersleber Wehres zu betrachten.<\/em>\u201c [7]<\/p>\n<p>Nach der Ortschronik Domersleben (von Hermann Merbt, S. 133 Auszug in [7]) hatte der See eine urspr\u00fcngliche Fl\u00e4che von 287,5 Hektar.<\/p>\n<p>\u201e<em>Urspr\u00fcnglich wurde der See haupts\u00e4chlich durch die Dreileber Sarre, heute auch als Mittelgraben bezeichnet, gespeist. Der Abfluss erfolgte \u00fcber eine Kalksteinschwelle am Steinbruch in Richtung Wanzleben<\/em>.\u201c [7]<\/p>\n<p>Von Bedeutung ist also:<\/p>\n<ul>\n<li>Im 17. Jahrhundert gab es s\u00fcdlich von Domesleben einen gro\u00dfen See.<\/li>\n<li>Urspr\u00fcnglich wurde der See haupts\u00e4chlich durch die Dreileber Sarre gespeist.<\/li>\n<li>Der See verlandete schleichend, wohl auch (nicht allein) durch absichtliche Trockenlegung.<\/li>\n<li>Der See zeigt sich in feuchten Jahreszeiten in Form ausgepr\u00e4gter Pf\u00fctzenbildungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ziel ist es nun, den urspr\u00fcnglichen Zustand durch Sanierung wiederherzustellen und zudem den neuen (alten) See auch f\u00fcr den Hochwasserschutz und f\u00fcr andere Zwecke zu nutzen.<\/p>\n<p><a name=\"Meinungen\"><\/a><strong>3. Ausgew\u00e4hlte Meinungen gegen die Sanierung des Domerslebener Sees<\/strong><\/p>\n<p><strong>3.1 Verschlechterung bez\u00fcglich der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>3.1.1 Zitat aus dem Schriftsatz der *** [8]<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eIm Festlegungsprotokoll des Landesverwaltungsamtes vom 22. Juni 2009 wird unter Punkt 2: Festlegungen zur Begr\u00fcndung der geplanten Ma\u00dfnahme gefordert:<\/em><\/p>\n<p><em>2.1 Im Erl\u00e4uterungsbericht ist die Erforderlichkeit der Ma\u00dfnahme unter Ber\u00fccksichtigung der EU-WRRL hinreichend zu begr\u00fcnden.<\/em><\/p>\n<p><em>Kommentar: Wir sehen keine ausreichende M\u00f6glichkeit f\u00fcr eine solche Begr\u00fcndung. Im Gegenteil &#8211; die Ma\u00dfnahme f\u00fchrt zu einer Verschlechterung bez\u00fcglich der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit, der Wasserqualit\u00e4t (z.B. N\u00e4hrstoffeintrag aus L\u00f6sb\u00f6den) sowie Wassertemperatur und beeintr\u00e4chtigt negativ die Abflussverh\u00e4ltnisse.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong><em>3.1.2 Stellungnahme zum Sanierungsgebot nach Artikel 4 WRRL<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nach Artikel 4 WRRL [11] besteht ein Sanierungsgebot zur Sanierung erheblich ver\u00e4nderter Wasserk\u00f6rper.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Beweis:<\/span><\/p>\n<p>\u201e1 a) bei Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern:<\/p>\n<p><em>ii) die Mitgliedstaaten sch\u00fctzen, verbessern und <span style=\"text-decoration: underline;\">sanieren alle Oberfl\u00e4chenwasserk\u00f6rper<\/span>, vorbehaltlich der Anwendung der Ziffer iii betreffend k\u00fcnstliche und erheblich ver\u00e4nderte Wasserk\u00f6rper, mit dem Ziel, sp\u00e4testens 15 Jahre nach In-Kraft-Treten dieser Richtlinie gem\u00e4\u00df den Bestimmungen des Anhangs V, vorbehaltlich etwaiger Verl\u00e4ngerungen gem\u00e4\u00df Absatz 4 sowie der Anwendung der Abs\u00e4tze 5, 6 und 7 und unbeschadet des Absatzes 8 einen guten Zustand der Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser zu erreichen;&#8230;\u201c<\/em><\/p>\n<p>Im Falle des Domerslebener Sees handelt es sich um einen erheblich ver\u00e4nderten nat\u00fcrlichen Wasserk\u00f6rper, der durch Sanierung in einen guten Zustand versetzt werden soll. D. h., man kann den Artikel 4 der WRRL durchaus auch wie folgt auslegen:<\/p>\n<p>Der Domerslebener See ist zu sanieren, weil der bisherige schlechte Zustand nachteilig f\u00fcr die Artenvielfalt in dem landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Gebiet um Domersleben ist.<\/p>\n<p><strong><em>3.1.3 Stellungnahme zur &#8222;Verschlechterung&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Argumentation ist wertlos, weil es an ihrer Begr\u00fcndung bzw. am Nachweis fehlt, dass die Schl\u00fcsse der Argumentation korrekt sind. Es handelt sich um unbegr\u00fcndete Behauptungen. Es mag Begr\u00fcndungen geben; sie wurden aber bislang nicht vorgetragen.<\/p>\n<p>Das nachfolgende Beispiel veranschaulicht, dass es trotz Verschlechterung bez\u00fcglich der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit, der Wasserqualit\u00e4t (z. B. N\u00e4hrstoffeintrag) sowie Wassertemperatur und negativ beeintr\u00e4chtigte Abflussverh\u00e4ltnisse, aber insgesamt positiv gewertete Gew\u00e4sser &#8211; sogar k\u00fcnstlichen Ursprungs &#8211; gibt, auf die kein Mensch verzichten will.<\/p>\n<p>Es kommt also nicht auf pauschale und pr\u00fcff\u00e4hige Meinungen, sondern auf konkrete nachvollziehbare Bewertungen der komplexen und dynamischen Natur an, die, nebenbei bemerkt (wie auch die \u00d6kologie), keine Gleichgewichtszust\u00e4nde &#8211; au\u00dfer den Tod &#8211; kennt.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Beispiel:<\/span><\/p>\n<p>Die Wippervorsperre beeintr\u00e4chtigt auch negativ (unnat\u00fcrlich) die Abflussverh\u00e4ltnisse und die Wassertemperatur. Eine \u00f6kologische Durchg\u00e4ngigkeit wird durch die Staumauer verhindert und zudem ist die Wippervorsperre derartig von N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen durch Niederschlag und Landwirtschaft belastet, dass selbst die Unterlassung jeglicher Abwassereinleitung aus den Kl\u00e4ranlagen des Einzugsgebietes keine Verbesserung der Gew\u00e4sserg\u00fcte zur Folge h\u00e4tte. Beweis hierzu: Halbach [10]<\/p>\n<p>Aber niemand kommt auf den Gedanken, die Wippervorsperre zu entleeren und abzurei\u00dfen, obwohl der Artikel 4 der WRRL dazu die gesetzliche Grundlage liefern w\u00fcrde. Warum wohl? Einfach deshalb, weil in der Summe die wasserwirtschaftlichen Vorteile &#8211; dazu z\u00e4hlt auch der Nutzen f\u00fcr den Menschen &#8211; deutlich und zweifellos \u00fcberwiegen.<\/p>\n<p>Stehende n\u00e4hrstoffreiche Gew\u00e4sser vergr\u00f6\u00dfern bekanntlich die Artenvielfalt, um genau jene Tierarten, die auf stehende Gew\u00e4sser angewiesen sind und die in den zu h\u00e4ufig verbreiteten \u201emeliorationsgrabenartigen\u201c mit sehr schlechtem Gew\u00e4sserzustand keinen Lebensraum (Habitat) finden.<\/p>\n<p>Der schlechte Gew\u00e4sserzustand wird in diesen F\u00e4llen meist schon auf den ersten Blick durch die unnat\u00fcrliche Hydromorphologie<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Es kommt bei der Bewertung der Sanierung des Domerslebener Sees darauf an, die \u00f6kologischen Aspekte und wasserwirtschaftlichen Vorteile eines Sees in der \u201elandwirtschaftlichen W\u00fcste von Domersleben\u201c zu erkennen.<\/p>\n<p>Dabei hat die Bewertung frei von \u00d6ko-Ideologie und weltfremden Vorstellungen zu sein, wenn Fehlurteile wegen Weltfremdheit vermieden werden sollen. Bewertungsgrundlage m\u00fcssen naturwissenschaftliche nachvollziehbare Methoden und Tatsachenbefunde sein. Dabei ist die Natur nicht als romantische Vorstellung zu bewerten, sondern in ihrer Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Bewertungsmethode sollte also eine \u00d6kologische sein. Das hat schon einmal die ungewohnte Bewertungskonsequenz, dass keine guten oder schlechten Zust\u00e4nde zu definieren sind, sondern nur Vor- oder Nachteile f\u00fcr bestimmte Tiere oder Tierarten.<\/p>\n<p>\u00d6kologisch korrekt w\u00e4re z. B. eine Bewertung:<\/p>\n<p><em>\u201eDas neu zuschaffende betreffende \u00d6kosystem bietet gute Bedingungen als Brutgew\u00e4sser f\u00fcr Cypriniden<\/em><a href=\"#_ftn2\"><em>[2]<\/em><\/a><em>, wenn bei der Anlage des Sees folgende Voraussetzungen eingehalten werden\u2026 <\/em><\/p>\n<p><em>Durch das Einsetzen von Raubfischen, die nicht geangelt werden d\u00fcrfen, wird der Fra\u00dfdruck auf die Cypriniden aufrecht gehalten, so dass diese ihrerseits nicht die Daphnien minimieren, weil Daphnien neben Muscheln als Filtrierer das Wasser klar halten.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em><strong>3.1.4 Keine Verschlechterung, sondern eine Gew\u00e4sserrenaturierung!<\/strong><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Abgesehen davon, ob die \u201eVerschlechterungsbedenken\u201c in dieser Weise zutreffen oder nicht, handelt es sich in der Tat um keine Verschlechterung, sondern um eine beabsichtigte Verbesserung des Gew\u00e4sserzustandes unter Erschlie\u00dfung des \u00f6kologischen Potentials, wie nachfolgende Abbildung zweifelsfrei beweist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Domerslebener_See_Historisch.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" title=\"Domerslebener_See_Historisch\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3795 alignnone\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Domerslebener_See_Historisch\" src=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Domerslebener_See_Historisch.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"380\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abbildung 1: Domerslebener See in der Vergangenheit<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-01.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" title=\"Fauler See 01\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3796 alignnone\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Fauler See 01\" src=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-01.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"512\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Foto 1: Gew\u00e4sser im LSG \u201eFauler See\u201c bei Wanzleben<\/em><\/p>\n<p>Auf der Abbildung 1 ist zu erkennen, dass der Domerslebener See &#8211; als noch viel Wasser in ihm war &#8211; zur Erholung genutzt wurde, wie aus den dargestellten Spazierg\u00e4ngern am Seeufer abzuleiten ist.<\/p>\n<p>Ebenfalls am Seeufer zum Trocknen aufgestellte Netze sind Indiz f\u00fcr den Fischreichtum des Sees, als es ihn noch in seiner urspr\u00fcnglichen Form gab.<\/p>\n<p>Ob der Mann auf dem Boot nun ein Fischer ist oder aus welchen Gr\u00fcnden er den See befuhr, ist ungewiss.<\/p>\n<p>Die Abbildung 1 ist die Kopie einer Kopie, die im Kulturhaus der Gemeinde Domersleben sicher schon seit Jahren h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Der Domerslebener See hat in der Gemeinde Domersleben eine besondere Bedeutung, wie neben einem Gem\u00e4lde vom See auch die Planung zur Sanierung des Sees beweist.<\/p>\n<p>Bei der Bewertung des Sees werden jedoch von denen, die ihn ablehnen, Ursache und Wirkung verwechselt.<\/p>\n<p>Der Gew\u00e4sserzustand des Sees wurde durch Eingriffe des Menschen in der Vergangenheit (Umleitung der Sarre, Anlage von Meliorationsgr\u00e4ben vorwiegend wohl durch die Landwirtschaft) auf wenige Quadratmeter nasse Wiese und einige Pf\u00fctzen extrem verschlechtert. So etwas hat immer einen dramatischen R\u00fcckgang der Artenvielfalt (Biodiversit\u00e4t) und der Tieranzahl (Populationsdichte) zum Ergebnis.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-04.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" title=\"Fauler See 04\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3799\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Fauler See 04\" src=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-04.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"512\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Foto 2: Das Wehr im Gew\u00e4sser im LSG \u201eFauler See\u201c bei Wanzleben verhindert ein Austrocknen des Feuchtbiotops<\/em><\/p>\n<p>Das ist die Ausgangssituation, vor deren Hintergrund ablehnende Positionen und Meinung nicht zu verstehen sind, geht es doch darum, einen vom Menschen misslichen Eingriff in die Natur zu korrigieren.<\/p>\n<ul>\n<li>Die EU-Wasserrahmenrichtlinie kennt daf\u00fcr 2 f\u00f6rderf\u00e4hige Instrumente: Gew\u00e4ssersanierung (Renaturierung) und<\/li>\n<li>Erschlie\u00dfung des \u00f6kologischen Potentials, wobei dieses schon zu einem guten &#8211; bis vielleicht auch sehr guten Zustand gef\u00fchrt werden k\u00f6nnte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Welche Vielfalt Wasser in der Natur bewirken kann, das erschlie\u00dft sich dem Naturfreund in dem nur 4 km von Domersleben entfernten Biotop, das &#8211; markanter Weise &#8211; nur existiert, weil der Natursch\u00fctzer den Abfluss des Wassers durch die Melioration mittels eines Wehres unterband. Dem Land Sachsen-Anhalt war und ist dieses Gebiet so wertvoll, dass es v\u00f6llig zu Recht in die Liste der Landschaftsschutzgebiete aufgenommen wurde.<\/p>\n<p>Siehe hierzu Foto 1 bis Foto 3<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Methode ist auch f\u00fcr die Sanierung des Domerslebener Sees geplant. Allerdings sind daf\u00fcr noch die Natursch\u00fctzer in den Beh\u00f6rden einzubeziehen. Eine Unterst\u00fctzung des Vorhabens durch das Landesamt f\u00fcr Umweltschutz Sachsen-Anhalt in Halle w\u00e4re wohl &#8211; mit Blick auf das LSG \u201eFauler See\u201c &#8211; nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-zu-Ende.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" title=\"Fauler See zu Ende\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3800\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Fauler See zu Ende\" src=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-zu-Ende.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"512\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Foto 3: Der von der Landwirtschaft verursachte schlechte Gew\u00e4sserzustand &#8211; um mehrere Meter abgesenktes Grundwasser, einf\u00e4ltige \u201eNatur\u201c, umweltsch\u00e4dliche \u201eGew\u00e4sserunterhaltung\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>3.2. Hochwasserr\u00fcckhalt<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>3.2.1 Zitat aus dem Schriftsatz der *** [8]<\/em><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Auszug:<\/span><\/p>\n<p><em>\u201e2.2 Der tats\u00e4chlich realisierbare Hochwasserr\u00fcckhalt bzw. die Effektivit\u00e4t der prognostizierten Hochwasserschutzwirkung des geplanten Sees ist fachlich begr\u00fcndet darzulegen.<\/em><\/p>\n<p><em>Kommentar: F\u00fcr einen effektiven Hochwasserschutz muss \u00fcber die l\u00e4ngste Zeit des Jahres ein Retentionsraum freigehalten werden, der bei Hochwasserereignissen relativ schnell gef\u00fcllt und zeitverz\u00f6gert wieder abgelassen wird. Bei der geplanten touristischen Nutzung stehen andere Pr\u00e4missen in Vordergrund, wie z.B. ein relativ konstanter und hoher Wasserspiegel. Ein angedachter Hochwasserr\u00fcckhalt ist bei genauerer Betrachtung fachlich nicht zu belegen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>3.2.2 Stellungnahme<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wenn ein angedachter Hochwasserr\u00fcckhalt bei genauerer Betrachtung fachlich nicht zu belegen ist, dann w\u00e4re ein Weg aufzuweisen, wie es trotzdem geht.<\/p>\n<p>Die Talsperre P\u00f6hl in Sachsen ist ein zugelassenes Badegew\u00e4sser und weist trotzdem eine erhebliche Wasserspiegelschwankung bei Hochwasser auf.<\/p>\n<p>Durch entsprechende Ufergestaltung, oder ggf. durch schwimmbare Stegpontons ist das Problem des Hochwassers wohl zu beseitigen.<\/p>\n<p>Bekanntlich gehen Millionen von Menschen bei variablen Wasserst\u00e4nden baden.<\/p>\n<p>Zudem ist bei Hochwasser auch nicht unbedingt in jedem Fall mit gro\u00dfem Badebetrieb zu rechnen.<\/p>\n<p>Die Argumentation im Schriftsatz der *** [8] \u00fcberzeugt mich nicht.<\/p>\n<p><strong>3.3 Nebenschluss<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>3.3.1 Zitat aus dem Schriftsatz der *** [8]<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>\u201e2.3 Zwecks Gew\u00e4hrleistung der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit des Mittelgrabens\/Sarre gem\u00e4\u00df dem Verschlechterungsverbot der WRRL ist im Rahmen einer Variantenuntersuchung die technische Realisierbarkeit der Anordnung des Mittelgrabens und der Sarre im Nebenschluss zum Domersleber See zu pr\u00fcfen.<\/em><\/p>\n<p><em>Kommentar: Dieser Punkt zielt darauf ab, die Flie\u00dfgew\u00e4sser zu belassen (eventuell umzuverlegen) und einen See im Grundwasseranschnitt zu errichten. Es entsteht ein relativ flaches Stillgew\u00e4sser, indem bereits nach einigen Jahren erste Sanierungsma\u00dfnahmen zur Wiederherstellung der Wasserqualit\u00e4t erfolgen m\u00fcssen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em><strong>3.3.2 Stellungnahme<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ein Gew\u00e4sser im Nebenschluss w\u00e4re m\u00f6glicherweise keine Sanierungsma\u00dfnahme nach Artikel 4 WRRL [11].<\/p>\n<p>Zudem hat sich wohl schon in der Vergangenheit gezeigt, dass die Umleitung der Sarre eine Verschlechterung darstellte, weil damit das Wasser\u00f6kosystem beseitigt wurde.<\/p>\n<p><strong>3.4 Mindestwasserstand<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>3.4.1 Zitat aus dem Schriftsatz des Umweltamtes [9]<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>\u201eF\u00fcr die geplante Nutzung als Naherholungsgew\u00e4sser bedarf es der Gew\u00e4hrleistung eines Mindestwasserstandes. Dies widerspricht jedoch dem Erfordernis, ganzj\u00e4hrig ein Speichervolumen f\u00fcr die Belange des Hochwasserschutzes vorzuhalten.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em><strong>3.4.2 Stellungnahme<\/strong><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Siehe hierzu Gliederungspunkt 3.2.2 auf Seite 3.<\/p>\n<p><strong>3.5 Nutzung als Bade- und Fischereigew\u00e4sser<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>3.5.1 Zitat aus dem Schriftsatz des Umweltamtes [9]<\/em><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eAusgehend von den bestehenden Verh\u00e4ltnissen und der tats\u00e4chlichen intensiven Nutzung der die geplante Seefl\u00e4che umgebenden Fl\u00e4chen muss davon ausgegangen werden, dass ein langfristig stark eutrophiertes Stillgew\u00e4sser entsteht. Dieser Sachverhalt schlie\u00dft eine Nutzung als Bade- und Fischereigew\u00e4sser grunds\u00e4tzlich aus.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em><strong>3.5.2 Stellungnahme<\/strong><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Es ist korrekt, dass eine intensive landwirtschaftliche Nutzung mit Abstand die gr\u00f6\u00dfte Fracht an Phosphor und Stickstoff in die Gew\u00e4sser ableitet.<\/p>\n<p>So besteht das Einzugsgebiet der auch intensiv zum Baden genutzten Talsperre P\u00f6hl \u00fcberwiegend aus landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che (Abbildung 3) und trotzdem schlie\u00dft dieser Sachverhalt nachweislich seit Inbetriebnahme der Talsperre eine Nutzung dieser als Badegew\u00e4sser nicht aus.<\/p>\n<p>Warum eine Nutzung als Fischereigew\u00e4sser bei Eutrophierung grunds\u00e4tzlich nicht vorstellbar w\u00e4re, ist mir unklar, weil doch gerade eutrophe Gew\u00e4sser neben einem besonders gro\u00dfen Fischreichtum auch einen gro\u00dfen Reichtum an Fr\u00f6schen (Abbildung 2) und Lurchen versprechen. In sauberen Gew\u00e4ssern verhungern bekanntlich die Fische.<\/p>\n<p>Wie schon darauf hingewiesen &#8211; sollten, wenn Fische schon nicht vermieden werden k\u00f6nnen &#8211; Raubfische die Friedfische \u201ekurz halten\u201c.<\/p>\n<p>Ebenso w\u00e4re es wohl vorteilhaft geeignete Teichmuscheln<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>, die wegen \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Abwasserreinigung in ihrer Populationsdichte stark im R\u00fcckgang begriffen sind<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>, zur Filtration des Wassers einzusetzen.<\/p>\n<p>Keine Friedfische und viele Filtrierer sind ein Rezept f\u00fcr klares Wasser trotz einer m\u00e4\u00dfigen Eutrophierung.<span style=\"text-decoration: underline;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Zusammenfassend: <\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Wenn man klares Wasser bei m\u00e4\u00dfiger Eutrophierung haben will, dann sind Friedfische kontraproduktiv.<\/li>\n<li>Wenn man im gr\u00fcnen Wasser baden kann, dann st\u00f6rt das die Fische nicht.<\/li>\n<li>Wenn man Blaualgen verhindern will, dann muss man f\u00fcr Gr\u00fcnalgen gute Bedingungen schaffen.<\/li>\n<li>Die Formulierung \u201egrunds\u00e4tzlicher Ausschluss\u201c bedeutet nicht, dass es verboten ist, sondern nur, dass es zul\u00e4ssige Ausnahmen gib, die auszuloten w\u00e4ren.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Laich.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" title=\"Laich\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3802\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Laich\" src=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Laich.jpg\" alt=\"\" width=\"722\" height=\"482\" \/><\/a><br \/>\n<em>Abbildung 2: Froschlaich in einem Nachkl\u00e4rteich der Abwasserteichkl\u00e4ranlage Hayn<\/em><\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><small><a style=\"color: #0000ff; text-align: left;\" href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?f=q&amp;source=embed&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=Taalsperre+P%C3%B6hl&amp;aq=&amp;sll=50.534599,12.200146&amp;sspn=0.09438,0.32959&amp;ie=UTF8&amp;hq=Talsperre+P%C3%B6hl&amp;hnear=Talsperre+P%C3%B6hl,+Hauptstra%C3%9Fe,+08543+P%C3%B6hl,+Vogtlandkreis,+Sachsen&amp;t=k&amp;ll=50.54049,12.218857&amp;spn=0.076368,0.145912&amp;z=12&amp;iwloc=A\">Gr\u00f6\u00dfere Kartenansicht<\/a><\/small><br \/>\n<em>Abbildung 3: Das Einzugsgebiet der Talsperre P\u00f6hl besteht \u00fcberwiegend aus landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che.<\/em><\/p>\n<p><strong>3.6 Bioz\u00f6nose<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>3.6.1 Zitat aus dem Schriftsatz des Umweltamtes [9]<\/em><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eUm \u00fcber die niederschlagsarmen Sommermonate einen f\u00fcr die Nutzung als Badesee und Fischereigew\u00e4sser notwendigen Wasserstand zu halten und die Verdunstungsverluste zu kompensieren, wird es nahezu unm\u00f6glich sein, einen landschaftlich notwendigen Mindestabfluss in der Sarre unterhalb zu gew\u00e4hrleisten, um unterlaufseitig die Bioz\u00f6nose dieses Gew\u00e4ssers nicht zu beeintr\u00e4chtigen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em><strong>3.6.2 Stellungnahme<\/strong><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst w\u00e4re festzustellen, worin die Bioz\u00f6nose<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> dieses Gew\u00e4ssers konkret besteht.<\/p>\n<p>Wenn beispielsweise der Gew\u00e4sserunterhaltungsverband j\u00e4hrlich die Sarre mit dem \u201escharfen L\u00f6ffel\u201c ausschabt, dann liegt die ganze Bioz\u00f6nose &#8211; abgesehen von dem, was wegschwimmen kann &#8211; auf dem Trockenen und wird abgefahren.<\/p>\n<p>Sicher gibt es wertvolle Bioz\u00f6nosen, z. B. Forelle und Flussperlmuschel. Die w\u00e4ren aber ggf. festzustellen und gegen die neu entstehenden Bioz\u00f6nosen zu bewerten.<\/p>\n<p>Zu beachten ist nicht nur die Bioz\u00f6nose, sondern auch die Populationsdichte. Paradox ist dabei, dass gerade der \u201epraktizierende\u201c Naturschutz eine wesentliche Ursache f\u00fcr den R\u00fcckgang der Biodiversit\u00e4t ist:<\/p>\n<p>\u201e<em>Ist es gerechtfertigt, den R\u00fcckgang von Gro\u00dfmuscheln, Libellen, Fischen und anderen Tieren der Gew\u00e4sser in Roten Listen zu beklagen, wenn eine der Hauptursachen, in unserer Zeit die wahrscheinlich bedeutendste \u00fcberhaupt, im Natur- und Umweltschutzziel des sauberen Wassers liegt?\u201c<\/em> REICHHOLF [6]<\/p>\n<p><strong>3.7 Naturraumtypische und standortgerechte Artengemeinschaften<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>3.7.1 Zitat aus dem Schriftsatz des Umweltamtes [9]<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDie untere Wasserbeh\u00f6rde hatte in bisherigen Stellungnahmen gefordert, durch eine Variantenuntersuchung die technische Realisierbarkeit der Anordnung des Domersleber Sees im Nebenschluss zum Mittelgraben und der Sarre zu pr\u00fcfen. Die vorgesehene Anordnung im Hauptschluss verst\u00f6\u00dft gegen das Verschlechterungsverbot in Bezug auf die \u00f6kologische Durchg\u00e4ngigkeit des Mittelgrabens\/ Sarre gem\u00e4\u00df den Vorgaben der Europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinie (\u00a7 67 WG LSA). Ein Standgew\u00e4sser im Hauptschluss stellt auf Dauer ein \u00f6kologisch un\u00fcberwindliches Querbauwerk f\u00fcr naturraumtypische und standortgerechte Artengemeinschaften dar.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em><strong>3.7.2 Stellungnahme<\/strong><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Wasserwirtschaftliche Ma\u00dfnahmen nach der EU-WRRL sind ganzheitlich komplex und dynamisch zu verstehen.<\/p>\n<p>Die Bezeichnung \u201eguter Gew\u00e4sserzustand\u201c nach der EU-WRRL erfordert die <span style=\"text-decoration: underline;\">gleichzeitige<\/span> Erf\u00fcllung folgender 5 Bedingungen (siehe auch RUMM [12]):<\/p>\n<ul>\n<li>Gew\u00e4sserstruktur, einschlie\u00dflich Durchg\u00e4ngigkeit (Hydromorphologie)<\/li>\n<li>Biologie<\/li>\n<li>N\u00e4hrstoffe<\/li>\n<li>physikalisch\/chemische Stoffe und spezifische Schadstoffe (Anhang VIII)<\/li>\n<li>priorit\u00e4re Stoffe (Anhang IX und X)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Man erkennt auf den ersten Blick, dass die als Verschlechterung kritisierte \u201eDurchg\u00e4ng-igkeit\u201c zwar zutrifft, die Anforderungen zur Gew\u00e4sserstruktur aber im Falle der Sarre kein Thema sind, obwohl nach Diagramm 1 auch die Gew\u00e4sserstruktur mindestens einen guten Zustand aufweisen muss.<\/p>\n<p>Um es zu veranschaulichen: Was nutzt die gute Durchg\u00e4ngigkeit f\u00fcr die Cyprinide, wenn sie ungehindert von der M\u00fcndung bis zur Quelle schwimmen kann, dabei aber kein Laichgew\u00e4sser findet und auf dem Hin- und erfolglosen R\u00fcckweg an hungrigen Raubv\u00f6geln ohne Deckung vorbei schwimmen muss?<\/p>\n<p>Ist es da f\u00fcr den \u201earmen\u201c Fisch nicht besser, dass er wenigstens im neuen (alten) Domerslebener See laichen kann?<\/p>\n<p>Womit bewiesen ist, dass eine pauschale Anwendung des Verschlechterungsgebotes hinsichtlich des Endes der Durchg\u00e4ngigkeit am eventuell k\u00fcnftigen Domerslebener See &#8211; \u00f6kologisch gesehen (aus Sicht der Cyprinide) &#8211; nicht plausibel ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Rumm.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" title=\"Rumm\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3805\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Rumm\" src=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Rumm.jpg\" alt=\"\" width=\"455\" height=\"299\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Diagramm 1:  In den Flussgebieten am h\u00e4ufigsten genannte Ursachen f\u00fcr die Zielverfehlung von Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern (Datengrundlage: zehn Flussgebietsberichte) RUMM [12], Seite 150<\/em><\/p>\n<p>Auch bei allem guten Willen zur Gew\u00e4hrleistung eines \u201eguten Gew\u00e4sserzustandes\u201c sollte man der Tatsache ins Auge schauen, dass dieser Zustand eher in Ausnahmef\u00e4llen zu erreichen ist, es sei denn die Landwirtschaft drosselt ihre Produktion um vielleicht 70 % und die n\u00e4chsten 50 Jahre werden dazu genutzt, um fast alle B\u00e4che und Fl\u00fcsse in den Zustand zu versetzen, den sie vor 1.000 Jahren vielleicht mal hatten.<\/p>\n<p>RUMM [12] weist auf folgende Fakten hin, die wohl auch f\u00fcr das Gebiet um Domersleben gelten d\u00fcrften:<\/p>\n<ul>\n<li><em>\u201eIn den meisten Bundesl\u00e4ndern und somit in nahezu allen deutschen Flussgebietseinheiten ist die Gew\u00e4ssermorphologie durch den Menschen auf weiten Strecken ver\u00e4ndert und beeintr\u00e4chtigt.<\/em><\/li>\n<li><em>Ein gro\u00dfer Teil der Fl\u00fcsse und B\u00e4che wird die Umweltziele der Wasserrahmenrichtlinie ohne konsequente Umsetzung entsprechender Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung des Gew\u00e4sserzustands voraussichtlich verfehlen. In den Stadtstaaten zeichnet sich ab, dass ein guter \u00f6kologischer Zustand der Gew\u00e4sser kaum erreicht werden kann, was insbesondere auf die intensive wirtschaftliche Nutzung und damit auf die dauerhaft ver\u00e4nderte Gew\u00e4ssermorphologie zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.\u201c <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Also, wenn es verboten werden sollte, den Domerslebener Sees wegen Verschlechterung der Durchg\u00e4ngigkeit sanieren zu d\u00fcrfen, dann w\u00e4ren aber auch gleichzeitig F\u00f6rdermittel bereitzustellen, damit entsprechende Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung des Gew\u00e4sserzustands lt. EU-WRRL konsequent und planm\u00e4\u00dfig umgesetzt werden k\u00f6nnen, wie<\/p>\n<ul>\n<li>R\u00fcckbau der Flie\u00dfgew\u00e4sser<\/li>\n<li>Reduzierung der Landwirtschaft um sch\u00e4tzungsweise 70 % zur Erreichung des guten wasserchemischen Zustandes hinsichtlich Phosphor und Stickstoff<\/li>\n<li>Verbot der Gew\u00e4sserunterhaltung zum Schutz der Bioz\u00f6nose<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die gleichzeitige Erf\u00fcllung aller Anforderungen ist unbedingte Voraussetzung f\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung des f\u00fcr alle Parteien verbindlichen und gesetzlichen Sparsamkeitsprinzips. Nur bei gleichzeitiger Erf\u00fcllung aller Anforderungen f\u00fcr den guten Gew\u00e4sserzustand ist \u00fcberhaupt ein Effekt im Gew\u00e4sser gew\u00e4hrleistet (von Ausnahmen mal abgesehen.) Und den Effekt schuldet der Gew\u00e4sserschutz, um die hohen Aufwendungen zu rechtfertigen. Aus diesem Grund sind Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung des guten Gew\u00e4sserzustandes komplex und ganzheitlich zu planen.<\/p>\n<p>Mal ein \u201ebisschen\u201c Durchg\u00e4ngigkeit durchzusetzen ist v\u00f6llig effektlos, wenn nicht zugleich die Voraussetzungen f\u00fcr ein gew\u00fcnschtes vielf\u00e4ltiges st\u00e4ndiges Leben im Gew\u00e4sser geschaffen werden (z. B. Fischunterst\u00e4nde). Rechnet man alle Kosten f\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung eines guten Gew\u00e4sserzustandes zusammen, dann ist es leicht vorstellbar, dass ein einziger im Schlamm w\u00fchlender Fisch in der Sarre, schon mal einen Wert von vielleicht 5.000 \u20ac verk\u00f6rpert. Also ein Grund mehr um N\u00e4gel mit K\u00f6pfen zu machen.<\/p>\n<p><strong>3.8 Stoffaustrag aus dem See<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>3.8.1 Zitat aus dem Schriftsatz des Umweltamtes [9]<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDie geplanten Ausma\u00dfe des Sees sowie die vorgesehenen verschiedenartigen Nutzungen, z.B. als Bade- und Fischereigew\u00e4sser, w\u00fcrden negative Auswirkungen auf die Wasserbilanz (hohe Verdunstungsrate ) sowie die gew\u00e4sser\u00f6kologische Beschaffenheit des Standgew\u00e4ssers und daraus resultierend auf die Sarre unterhalb zur Folge haben. Hierbei sind u.a. folgende Aspekte zu nennen:<\/em><\/p>\n<p><em>&#8211; Stoffaustrag aus dem See \u00fcber gel\u00f6ste N\u00e4hrstoffe und Algen,<\/em><\/p>\n<p><em>&#8211; Erh\u00f6hung der Wassertemperatur sowie des pH-Wertes im Flie\u00dfgew\u00e4sser,<\/em><\/p>\n<p><em>&#8211; Minderung des gel\u00f6sten Sauerstoffgehaltes im unterhalb liegenden Gew\u00e4sserabschnitt<\/em><\/p>\n<p><em>Diese zu erwartenden negativen Folgen k\u00f6nnen von Seiten der unteren Wasserbeh\u00f6rde nicht akzeptiert bzw. zugelassen werden.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em><strong>3.8.2 Stellungnahme<\/strong><\/em><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Die \u00dcberlegungen sind z. T. unlogisch.<\/p>\n<p>In dem betreffenden Einzugsgebiet f\u00e4llt unabh\u00e4ngig davon, ob der See errichtet wird oder nicht, eine bestimmte j\u00e4hrliche Fracht an Phosphor und Stickstoff an. Emittenten sind haupts\u00e4chlich die Landwirtschaft und der Niederschlag.<\/p>\n<p>Wird nun ein See errichtet, dann bewirken seine Stoffwechselprozesse eine Reduzierung dieser Fracht, weil ein Teil des Stickstoffes denitrifiziert wird und in die Atmosph\u00e4re ausgast, ein Teil des Phosphors f\u00e4llt als Bodenschlamm und wird endg\u00fcltig fixiert.<\/p>\n<p>Ein Teil des Stickstoffes und des Phosphors wird von den Anglern aufgegessen, ein anderer Teil fliegt weg und wieder ein anderer Teil wird von Raubv\u00f6geln aufgefressen.<\/p>\n<p>Sicher verlassen noch beachtliche Teile der Frachten den See. Es d\u00fcrften aber bei Gr\u00fcnalgen\u00fcberschuss weniger sein, als in ihn hineinflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Festzustellen ist also, es gibt durchaus einen Stoffaustrag aus dem See \u00fcber gel\u00f6ste N\u00e4hrstoffe und Algen, dieser ist aber geringer als der Stoffeintrag.<\/p>\n<p>Die Erh\u00f6hung der Wassertemperatur im See hat zur Folge, dass der Stoffumsatz des Sees beschleunigt wird. Ob nun unbedingt der pH-Wert im See steigen muss, ist unsicher, aber vergleichbare Seen gibt es massenhaft, in denen dies in der Regel kein Problem ist.<\/p>\n<p>Zur Minimierung der Photosynthese (als Ausl\u00f6ser einer m\u00f6glichen pH-Wertsteigerung) in Flie\u00dfgew\u00e4ssern hat sich das Pflanzen von Schwarzerlen bew\u00e4hrt, die zudem auch einen ausgezeichneten Beitrag zur Renaturierung der Gew\u00e4sser darstellen.<\/p>\n<p>Und wenn die Minderung des gel\u00f6sten Sauerstoffgehaltes im unterhalb liegenden Gew\u00e4sserabschnitt relevant sein sollte, wieso ist sie bei vergleichbaren Seen kaum von Bedeutung?<\/p>\n<p>Die \u00dcberlegungen des Umweltamtes sind sicher durch konkrete Berechnungen und Messungen zu untersetzen. Wenn die Bedenken zutreffend w\u00e4ren, dann d\u00fcrfte es in der Kulturlandschaft keine kaum durchflossenen Seen geben. Sie w\u00e4ren alle wegen der \u201eVerschlechterung\u201c trocken zulegen.<\/p>\n<p>Kaum durchflossene Seen sind aber im Vogtland z. B. die Regel. Da gibt es aller paar Kilometer einen See, der mit n\u00e4hrstoffreichen Zul\u00e4ufen gespeist wird. Oder wie verh\u00e4lt es sich mit den sehr gut ged\u00fcngten Fischteichen, deren Ablauffrachten jene des k\u00fcnftigen Domerslebener Sees weit in den Schatten stellen d\u00fcrfte?<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen kann die zu erwartende Eutrophierungsstufe kalkuliert werden.<\/p>\n<p><a name=\"Bemerkungen\"><\/a><strong>4. Erg\u00e4nzende Bemerkungen<\/strong><\/p>\n<p><strong>4.1 Wasserwirtschaftliche Bedeutung der Wiedererschaffung ehemaliger Seen<\/strong><\/p>\n<p>Allgemein bekannt ist die Fruchtbarkeit der Magdeburger B\u00f6rde:<\/p>\n<p>\u201e<em>H\u00e4ufig sind in der Magdeburger B\u00f6rde Senkenbildungen zu erkennen, die durch Auslaugungen von Salzen und Gipsen des R\u00f6ts und des Mittleren Muschelkalks entstanden. Der Faule See im gleichnamigen LSG ist eine solche Auslaugungssenke, die heute waldbestanden ist. Die Geschiebemergelhochfl\u00e4chen sind von m\u00e4chtigen L\u00f6\u00dfschichten \u00fcberlagert. Die fruchtbaren L\u00f6\u00dfb\u00f6den bedingen eine intensive ackerbauliche Nutzung der Landschaftseinheit. Bei Wanzleben werden Bodenwertzahlen bis 100 erreicht, die h\u00f6chsten f\u00fcr Deutschland festgestellten Bonit\u00e4ten \u00fcberhaupt.<\/em>\u201c [3]<\/p>\n<p>Die Magdeburger B\u00f6rde ist also eine landwirtschaftlich \u00e4u\u00dferst intensiv genutzte Gegend in Sachsen-Anhalt (siehe Abbildung 4).<\/p>\n<p><strong>4.2 Landwirtschaft und Naturschutz als Ursache der Artenarmut<\/strong><\/p>\n<p>REICHHOLF hat die Landwirtschaft und scheinbar paradox auch den Naturschutz selbst als eine der Hauptursachen f\u00fcr den Artenschwund ausgemacht:<\/p>\n<p><em>\u201eDer Artenschwund geht daher mit weitem Abstand vor allem an deren Wirkgr\u00f6\u00dfen auf das Konto der modernen Landwirtschaft. Denn \u00dcberd\u00fcngung, Strukturverarmung und Vereinheitlichung der Lebensbedingungen (m\u00f6glichst gleichartige Produktionsverh\u00e4ltnisse zu haben oder zu schaffen) sind ihre Auswirkungen. Der Stickstoff wurde zum \u00abErstick-Stoff\u00bb f\u00fcr die Artenvielfalt. <\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcberd\u00fcngung, speziell auch mit G\u00fclle, belastete B\u00f6den, Grundwasser, Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser und die Luft. <\/em><\/p>\n<p><em>Doch an zweiter Stelle nach der Landwirtschaft folgt bereits der Naturschutz selbst. Die Unterbindung der vielen kleinen Eingriffe, der \u00abSt\u00f6rungen\u00bb, brachte genau das Gegenteil von F\u00f6rderung der Artenvielfalt und Schutz der seltenen Arten. <\/em><\/p>\n<p><em>Seit keine kleinen Abgrabungen und solche mittlerer Gr\u00f6\u00dfe mehr gemacht werden k\u00f6nnen, keine Kleingew\u00e4sser in der Landschaft entstehen, kein Abfl\u00e4mmen von B\u00f6schungen und Triften mehr erlaubt und Kahlschl\u00e4ge verdammt sind, fehlt es an den jungen Stadien von Entwicklungen, mangelt es an Stellen ohne intensive landwirtschaftliche Nutzung und w\u00e4chst alles zu, was nicht direkt in die Nutzungen einbezogen ist. <\/em><\/p>\n<p><em>So entf\u00e4llt der zweitgr\u00f6\u00dfte Teil der Artenr\u00fcckg\u00e4nge auf die Umsetzung von Naturschutzzielen.\u201c <\/em>REICHHOLF [6]<\/p>\n<p><small><a style=\"color: #0000ff; text-align: left;\" href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?f=q&amp;source=embed&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=Domersleben&amp;aq=&amp;sll=50.536235,12.249069&amp;sspn=0.088158,0.264187&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Domersleben,+B%C3%B6rde,+Sachsen-Anhalt&amp;ll=52.092839,11.440409&amp;spn=0.043927,0.132093&amp;t=k&amp;z=14\">Gr\u00f6\u00dfere Kartenansicht<\/a><\/small><\/p>\n<p><em>Abbildung 4: Domersleben &#8211; Landwirtschaft &#8211; soweit das Auge reicht<\/em><\/p>\n<p><em><strong>4.3 Der Faule See &#8211; Landschaftsschutzgebiet 4 km s\u00fcdlich von Domersleben<\/strong><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>In Bezug auf die Biodiversit\u00e4t der Magdeburger B\u00f6rde stellt das Landesamt f\u00fcr Umweltschutz Sachsen-Anhalt mit Blick auf das in der N\u00e4he von Domersleben liegende Landschaftsschutzgebiet hinsichtlich der Tier- und Pflanzenwelt nachvollziehbar fest:<\/p>\n<p><em>\u201eDie potentiell nat\u00fcrliche Vegetation stellt auf den nicht dauerhaft vern\u00e4\u00dften Standorten der Waldziest-Stieleichen-Hainbuchenwald und bei hoch anstehendem Grundwasser der Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald und kleinfl\u00e4chig auch der Erlenbruchwald dar. In dem Bereich der Salzquellen hat sich bereits kleinfl\u00e4chig die entsprechende Salzvegetation in Form von Quellerfluren gut entwickeln k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>In der aktuellen Vegetation sind die nat\u00fcrlichen Waldtypen \u00fcberwiegend durch Pappelgeh\u00f6lze, teilweise aber auch durch naturn\u00e4here Feuchtw\u00e4lder, ersetzt worden. <\/em><\/p>\n<p><em>Teile der Niederung werden von Gr\u00fcnlandgesellschaften mit einem hohen Anteil salzliebender Arten bedeckt, wobei der Anteil strenger Halophyten gering ist. Allerdings sind Queller und Strand-Aster im Gebiet zu finden.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Vielfalt des Gebietes kommt auch darin zum Ausdruck, da\u00df im Landschaftsschutzgebiet Halbtrockenrasengesellschaften mit einem Vorkommen des Deutschen Enzians zu verzeichnen sind, wohl der einzige Standort der Art in der Magdeburger B\u00f6rde. Eine weitere Besonderheit ist das Vorkommen des Bleichen Waldv\u00f6gleins in einem lichten Pappelforst.<\/em><\/p>\n<p><em>Neben einer artenreichen Kleinvogelwelt kommen im LSG Rot- und Schwarzmilan Rohrweihe und Kolkrabe vor. <\/em><\/p>\n<p><em>Aus dem Bereich der Salzstelle sind die seltenen Nachweise von S\u00fcdlicher Binsenjungfer, Helm-Azurjungfer und S\u00fcdlichem Blaupfeil als vom Aussterben bedrohte beziehungsweise gef\u00e4hrdete Libellen-Arten hervorzuheben.<\/em><\/p>\n<p><em>Insgesamt gesehen stellt das LSG eine wertvolle, strukturreiche Oase innerhalb der artenarmen B\u00f6rdelandschaft dar.\u201c <\/em>[3]<\/p>\n<p>Von Bedeutung ist die Feststellung insoweit, dass das Landesamt f\u00fcr Umweltschutz Sachsen-Anhalt die Artenarmut der B\u00f6rdelandschaft herausstellt.<\/p>\n<p>Durch die Sanierung des Sees in Domersleben &#8211; sofern er ein gewisses Ma\u00df an N\u00e4hrstoffen enth\u00e4lt &#8211; d\u00fcrfte sich nicht nur die Artenvielfalt erh\u00f6hen, sondern auch deren Tieranzahl.<\/p>\n<p>Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass sauberes Wasser die Artenvielfalt und die Popula-tionsdichte erh\u00f6ht. Das Gegenteil ist der Fall. Insofern dient eine <span style=\"text-decoration: underline;\">ma\u00dfvolle<\/span> Eutrophierung der Biodiversit\u00e4t, der Produktivit\u00e4t und damit der Populationsdichte. Schlie\u00dflich soll mit dem Domerslebener See kein alpiner Hochgebirgssee oder eine Trinkwassertalsperre errichtet werden.<\/p>\n<p><strong>4.4 Gew\u00e4sserg\u00fcte und Artendiversit\u00e4t [7]<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Zwischen der N\u00e4hrstoffbelastung eines Gew\u00e4ssers, der Artenvielfalt sowie Populationsdichte gibt es einen interessanten, aber kaum beachteten Zusammenhang.<\/p>\n<p>Nach einer pers\u00f6nlichen Information des \u00d6kologen Herrn Prof. Reichholf <a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> steigt mit zunehmender Gew\u00e4sserg\u00fcte zun\u00e4chst die Artendiversit\u00e4t an, erreicht bei III-II ein Maximum und nimmt dann wieder (stark) ab, falls GKL I erreicht werden sollte.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckgang in die andere Richtung zu GKL IV ist weniger stark ausgepr\u00e4gt, aber begleitet von einer massiven Zunahme der Individuenmenge bzw. dem Lebendgewicht der Organismen pro Fl\u00e4cheneinheit (als Ma\u00df f\u00fcr die Produktivit\u00e4t). Nur bei starkem Sauerstoffschwund oder im Zusammenhang mit Vergiftungsvorg\u00e4ngen sinkt die Produktivit\u00e4t der eutrophen Gew\u00e4sser. Sonst ist sie maximal. In fr\u00fcheren Zeiten war dieser Zusammenhang unter den sogenannten \u201eThienemann\u2019schen Gesetzen\u201c in der Limnologie bekannt, aber von den zugrunde liegenden Ursachen nicht verstanden worden. Allgemeine Angaben hierzu sind zum Beispiel in ODUM, E. P. &amp; J. H. REICHHOLF (1980): \u00d6kologie. BLV M\u00fcnchen, enthalten. Es gibt eine Menge Detailanalysen hierzu in der limnologischen Literatur. Der Sch\u00fcler Hans UTSCHICK des Herrn Prof. Reichholf hat das u. a. auch in seiner Diplomarbeit und Dissertation f\u00fcr die Wasserv\u00f6gel ausgearbeitet und publiziert in den Ornithol. Verhandlungen 22 (1976): 395 &#8211; 438 &amp; Bd. 23 (1980): 273-345.<\/p>\n<p>Insofern ist die pauschale Bewertung des Phosphors und Stickstoffs als Schadstoff allein nach seiner Konzentration fragw\u00fcrdig. Erstens, weil nicht die Konzentration, sondern die Dosis das Kriterium f\u00fcr eine Sch\u00e4dlichkeit ist und zweitens, weil es keinen \u00d6kosystemschaden durch diese N\u00e4hrstoffe geben kann.<\/p>\n<p>Kleine Gew\u00e4sser &#8211; wie z. B. die Abwasserteiche &#8211; zeichnen sich durch eine relativ geringe Tiefe aus. Da viele Wasserv\u00f6gel ihre Nahrung vornehmlich im Litoral <a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> durch Gr\u00fcndeln aufnehmen, steht die gesamte Fl\u00e4che f\u00fcr die Nahrungsaufnahme zur Verf\u00fcgung und stellt somit einen guten Lebensraum f\u00fcr viele Wasserv\u00f6gel dar (siehe Abbildung 5).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/IMG_6465_op.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" title=\"Wei\u00dffl\u00fcgelseeschwalbe\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3810\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Wei\u00dffl\u00fcgelseeschwalbe\" src=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/IMG_6465_op.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"407\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abbildung 5:    Seltene Wei\u00dffl\u00fcgelseeschwalben auf der Futtersuche \u00fcber einem stark eutrophen Biotop (Abwasserteich von Nordgermersleben)<\/em><\/p>\n<p>Daneben tr\u00e4gt die gute Durchmischung zu einer hohen Produktivit\u00e4t und damit zu einem reichhaltigen Nahrungsangebot bei.<\/p>\n<p>Utschick [4] beobachtete an bayrischen Seen, dass je st\u00e4rker eutrophiert ein Stillgew\u00e4sser ist, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Dichte der Wasserv\u00f6gel. Dies gilt allerdings nur solange, wie die Produktivit\u00e4t des Gew\u00e4ssers steigt. Bei Hypertrophierung<a href=\"#_ftn10\"> [10]<\/a> l\u00e4sst die Produktivit\u00e4t nach und auch die Anzahl der Wasserv\u00f6gel verringert sich.<\/p>\n<p>Im Falle der Untersuchungen von Utschick [4] wurde das Optimum an Artendiversit\u00e4t bei einem mesotrophen <a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Gew\u00e4sser festgestellt.<\/p>\n<p>Nach verschiedenen Ma\u00dfnahmen zur Gew\u00e4sserreinhaltung ist nach Utschick [4] und dem Wasserwirtschaftsamt M\u00fcnchen [5] die Population ohne Verz\u00f6gerung sofort zur\u00fcckgegangen. Von dem R\u00fcckgang waren vor allem die Wasserv\u00f6gel betroffen, die sich von Organismen im Schlamm ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Selbst bei den Tauchern, wie dem Haubentaucher, war in st\u00e4rker eutrophierten Seen eine h\u00f6here Dichte an Tieren beobachtet worden, als bei weniger eutrophen Gew\u00e4ssern. Dies liegt vor allem daran, dass sich mit steigender Trophiestufe <a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> die Fischzusammensetzung zu Ungunsten der Edelfische \u00e4ndert und mehr Wei\u00dffische auftreten, welche die Hauptnahrungsquelle f\u00fcr die Taucher darstellen.<\/p>\n<p>Die rein herbivoren<a href=\"#_ftn13\"> [13]<\/a> Arten gingen allerdings mit steigender Trophiestufe in ihrem Anteil an der Gesamtwasservogelzahl zur\u00fcck.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Es bleibt also festzuhalten,<\/span> dass je eutrophierter ein Gew\u00e4sser ist, desto mehr (bezogen auf die Dichte) Wasserv\u00f6gel kann dieses Gew\u00e4sser ern\u00e4hren. Dies gilt allerdings nur solange, wie auch die Produktivit\u00e4t des Gew\u00e4ssers steigt. Bei sinkender Produktivit\u00e4t sinkt dann auch die Dichte der Wasserv\u00f6gel wieder.<\/p>\n<p>Bezogen auf die Artendiversit\u00e4t &#8211; also die Vielfalt &#8211; ist mit steigender Trophierung eine sinkende Diversit\u00e4t zu verzeichnen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Insgesamt wurde das Optimum beim mesotrophen Stillgew\u00e4sser festgestellt.<\/span><\/p>\n<p>Ein \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Gew\u00e4sserschutz ist deshalb nachteilig f\u00fcr die Artenvielfalt und die Anzahl der Tiere einer Art.<\/p>\n<p>Es ist eine Tatsache, dass eine gewisse \u201eVerunreinigung\u201c der Gew\u00e4sser mit N\u00e4hrstoffen f\u00fcr die Artenvielfalt und f\u00fcr viele Tiere durchaus auch ein guter Gew\u00e4sserzustand sein kann, den sie mit h\u00e4ufigen Besuchen, Bruterfolgen oder als G\u00e4ste honorieren.<\/p>\n<p>Die Anlage von Seen z\u00e4hlt in den Gegenden von Sachsen-Anhalt mit ausgepr\u00e4gter Nutzung durch die Landwirtschaft zu den wasserwirtschaftlichen Ma\u00dfnahmen mit sehr hoher Bedeutung.<\/p>\n<p>Diese Auffassung teilt offensichtlich auch das Landesamt f\u00fcr Umweltschutz Sachsen-Anhalt.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Anstrengungen unternahm das Land Sachsen-Anhhalt beispielsweise auch zur Wiederentstehung des Salzigen Sees bei Querfurt. Diese Ma\u00dfnahme scheiterte aber nur an den zu erwartenden Sch\u00e4den in Folge des mit der Ma\u00dfnahme verbundenen Grundwasseranstieges. Aus diesem Blickwinkel ist es nicht nachvollziehbar, warum der Sanierung des Domerslebener Sees derartige Widerst\u00e4nde entgegengesetzt werden. Ein neues Gew\u00e4sser in einer \u201eKultur\u201c-Landschaft ist immer eine ungemeine Bereicherung, eine Herausforderung und eine seltene Gestaltungschance f\u00fcr erfahrene \u00d6kologen.<\/p>\n<p><strong>4.5 Bewertung des Verschlechterungsverbotes &#8211; Wasserrecht LSA<\/strong><\/p>\n<p>Im \u00a7 2 des Wasserrechtes des Landes Sachsen-Anhalt sind folgende ausgew\u00e4hlte Grunds\u00e4tze enthalten:<\/p>\n<p><em>\u201e(1) Die Gew\u00e4sser sind als Bestandteil des Naturhaushaltes und als Lebensraum f\u00fcr Tiere und Pflanzen zu sichern. <\/em><\/p>\n<p><em>Sie sind so zu bewirtschaften, dass sie dem Wohl der Allgemeinheit und im Einklang mit ihm auch dem Nutzen Einzelner dienen, vermeidbare Beeintr\u00e4chtigungen ihrer \u00f6kologischen Funktionen und der direkt von ihnen abh\u00e4ngenden Land\u00f6kosysteme und Feuchtgebiete im Hinblick auf deren Wasserhaushalt unterbleiben und damit insgesamt eine nachhaltige Entwicklung gew\u00e4hrleistet wird.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Dabei sind insbesondere m\u00f6gliche Verlagerungen von nachteiligen Auswirkungen von einem Schutzgut auf ein anderes zu ber\u00fccksichtigen; ein hohes Schutzniveau f\u00fcr die Umwelt insgesamt, unter Ber\u00fccksichtigung der Erfordernisse des Klimaschutzes, ist zu gew\u00e4hrleisten.<\/em><\/p>\n<p><em>(2) Ma\u00dfnahmen, die zu einer nachhaltigen Verschlechterung des Gew\u00e4sserzustandes f\u00fchren, sind unzul\u00e4ssig.<\/em><\/p>\n<p><em>(3) Das Wohl der Allgemeinheit erfordert insbesondere, dass<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>1. nutzbares Wasser in ausreichender Menge und G\u00fcte zur Verf\u00fcgung steht und die \u00f6ffentliche Wasserversorgung nicht gef\u00e4hrdet wird,<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>2. Hochwassersch\u00e4den, sch\u00e4dliches Abschwemmen von Boden und eine sch\u00e4dliche Auswaschung von N\u00e4hrstoffen verhindert werden,<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>3. landwirtschaftlich und anders genutzte Fl\u00e4chen unter Vermeidung dauerhaft nachteiliger Wirkungen auf den Naturhaushalt entw\u00e4ssert werden k\u00f6nnen,<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>4. die Gew\u00e4sser einschlie\u00dflich des Meeres vor Verunreinigung gesch\u00fctzt werden,<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>5. die Bedeutung der Gew\u00e4sser und ihrer Uferbereiche als Lebensst\u00e4tte f\u00fcr Pflanzen und Tiere und ihre Bedeutung f\u00fcr das Bild der Landschaft ber\u00fccksichtigt werden,<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>6. das Wasserr\u00fcckhalteverm\u00f6gen und die Selbstreinigungskraft der Gew\u00e4sser gesichert und, soweit erforderlich, wiederhergestellt und verbessert werden.\u201c<\/em><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Kommentar:<\/span><\/p>\n<p>Nun, in der Natur gibt es keine Verschlechterung einer Sache, die nicht zugleich eine Verbesserung f\u00fcr ein anderes Wesen darstellt. Insofern kommt es auf den Standpunkt bei der Bewertung an und ob komplexe Zusammenh\u00e4nge erfasst werden sollen.<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen, die zu einer nachhaltigen Verschlechterung des Gew\u00e4sserzustandes f\u00fchren, sind also unzul\u00e4ssig. Wie aber in vorherigen Abschnitten bewiesen wurde, f\u00fchrt eine N\u00e4hrstoffminimierung am Ende zu einem sehr schlechten Gew\u00e4sserzustand f\u00fcr manches Wassergefl\u00fcgel wegen Verhungerns. Die Regelung \u201eMa\u00dfnahmen, die zu einer nachhaltigen Verschlechterung des Gew\u00e4sserzustandes f\u00fchren, sind unzul\u00e4ssig.\u201c bedarf also einer Interpretation der konkreten und komplexen Sachlage, sicher auch unter Ber\u00fccksichtigung aller Vor- und Nachteile. Lie\u00dfe man die Regelung dogmatisch gelten, dann w\u00e4re z. B. die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt zu verbieten, weil sie eindeutig eine Ma\u00dfnahme ist, die zu einer nachhaltigen Verschlechterung des Gew\u00e4sserzustandes f\u00fchrt und damit unzul\u00e4ssig w\u00e4re. Mit \u00f6kologischen Methoden sind jedoch Vorteile f\u00fcr Artenvielfalt und Populationsdichte in eutrophen Seen beweisbar.<\/p>\n<p>Wenn die Sanierung des Domerslebener Sees gew\u00fcnscht wird, dann sollte es leicht m\u00f6glich sein, Wege und L\u00f6sungen zu finden, wie Vorteile dieses Vorhabens f\u00fcr die Menschen und f\u00fcr Tiere &#8211; die auf Seen angewiesen sind &#8211; erschlossen werden k\u00f6nnen. Gr\u00fcnde, warum es nicht gehen soll oder darf, sind auf konstruktivem Wege durch L\u00f6sungen zu neutralisieren.<\/p>\n<p>Dazu sind auch vorhandene Passagen von Vorschriften zu werten, die eine Sanierung des Domerslebener Sees st\u00fctzen und f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>(Es soll davon abgesehen werden, dass der o. g. Gesetzestext in Teilen auf keinem wissenschaftlichen Fundament beruht. Er ist \u201e\u00f6kounlogisch\u201c <a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a>. Letztlich kommt es darauf an, was man will und wie es gelingt alle Beteiligten f\u00fcr diese Ma\u00dfnahem zu begeistern.)<\/p>\n<p>Das Wasserrecht von Sachsen-Anhalt und auch die EU-WRRL lassen sich &#8211; ohne verbogen zu werden &#8211; durchaus auch so verstehen, dass die Sanierung von Seen ein f\u00f6rderungsw\u00fcrdiges Vorhaben ist, das die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere und deren Anzahl je Fl\u00e4che erheblich verbessert.<\/p>\n<p>Was also soll daran insgesamt gewertet nachteilig sein?<\/p>\n<p><a name=\"Quellen\"><\/a><strong>5. Quellen- und Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>[1]         Das neue Wasserrecht f\u00fcr die betriebliche Praxis &#8211; EU-Recht<br \/>\nWEKA Fachverlag<\/p>\n<p>[2]         Wassergesetz f\u00fcr das Land Sachsen-Anhalt (WG-LSA) in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. April 2006 (GVBl. LSA Nr. 15 vom 20.04.2006, S. 248) in Verbindung mit \u00a7 3 Abs. 2 des Gesetzes vom 15. April 2005 (GVBl. LSA S. 208), ge\u00e4ndert durch Gesetz vom 7. November 2007 (GVBl. LSA S. 353)<\/p>\n<p>[3]         Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts<br \/>\nLandesamt f\u00fcr Umweltschutz Sachsen-Anhalt<br \/>\nMagdeburg 2000<\/p>\n<p>[4]         Utschick, H.<br \/>\nWasserv\u00f6gel als Indikatoren f\u00fcr den \u00f6kologischen Zustand von Seen<br \/>\nVerhandlungen der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern<br \/>\nBand 22, Heft 3 \/ 4, 1976, Seiten 395\/438<\/p>\n<p>[5]         Wasserwirtschaftsamt M\u00fcnchen<br \/>\nDer Speichersee und die Abwasserfischteiche &#8211; technische Gro\u00dfanlage und \u201eEuropareservat\u201c f\u00fcr Wasserv\u00f6gel<br \/>\nInfoblatt 2\/99<\/p>\n<p>[6]         Reichholf, J.H.<br \/>\nDie Zukunft der Arten. Neue \u00f6kologische \u00dcberraschungen<br \/>\nTaschenbuch<br \/>\nerschienen M\u00e4rz 2005 M\u00fcnchen<br \/>\nC.H. Beck Verlag<\/p>\n<p>[7]         Handlungskonzept zur Wiederherstellung des Domerslebener Sees und zum Hochwasserschutz der Stadt Wanzleben<br \/>\nTischvorlage vom 30.10.2007<br \/>\nVerfasser: Muting GmbH (Magdeburg) und PGI GmbH (Magdeburg)<\/p>\n<p>[8]         ***<br \/>\nvom 13.10.2009<\/p>\n<p>[9]         ***<br \/>\nvom 10.03.2010<\/p>\n<p>[10]     Halbach, U. , Benndorf, J.<br \/>\nHydrobiologische Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung<br \/>\nGeplante Versch\u00e4rfung der \u00dcberwachungswerte der zentralen Kl\u00e4ranlage Hayn<br \/>\nKurzbericht vom 03.07.2008<\/p>\n<p>[11]     Richtlinie 2000\/60\/EG des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Ordnungsrahmens f\u00fcr Ma\u00dfnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik<\/p>\n<p>[12]     Rumm, u. a.<br \/>\nHandbuch der EU-Wasserrahmenrichtlinie<br \/>\n2. Auflage<br \/>\nErich Schmidt Verlag<br \/>\nBerlin 2006<\/p>\n<p>[13]     Lampert, W., u.a.<br \/>\nLimno\u00f6kologie<br \/>\nGeorg Thieme Verlag Stuttgart<br \/>\n1999<\/p>\n<hr size=\"1\" \/><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Gew\u00e4ssergestalt<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> karpfenartige S\u00fc\u00dfwasserfische<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Fotos: U. Halbach am 23. September 2010<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Wenn das Wasser \u201esch\u00f6n eutroph\u201c ist, dann kann man nach Besatz und einigen Jahren einige Tausend Gro\u00dfmuscheln je 100 m\u00b2 Teichbodenfl\u00e4che finden. Reichholf [6]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> siehe Reichholf [6]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Lebensgemeinschaft<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Vielfalt<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Der Zoologe, Evolutionsbiologe und \u00d6kologe Professor Reichholf lehrt Naturschutz an der TU und leitet die Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Ufer, K\u00fcstenzone<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Das gilt nur in Bezug auf organische Stoffe. Bei toxischen Stoffen reicht eine geringere Dosis, um die Anzahl der Wasserv\u00f6gel an einem Gew\u00e4sser zu verringern. (Trophie = Zufuhr von N\u00e4hrstoffen)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> stehende Gew\u00e4sser mit mittlerer N\u00e4hrstoffbelastung und Produktivit\u00e4t<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> In der Limnologie bezeichnet Trophierung die Zufuhr von N\u00e4hrstoffen im Gew\u00e4sser. Nach dem Gehalt an organischen und anorganischen N\u00e4hrstoffen teilt man im Trophiensystem Gew\u00e4sser in verschiedene Trophiestufen ein. Das Trophiensystem wird \u00fcblicherweise zur Klassifizierung von stehenden Gew\u00e4ssern angewandt. (Wikipedia)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Pflanzenfresser<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Die \u00d6kologie als Wissenschaft kennt keine \u201e<em>vermeidbare Beeintr\u00e4chtigungen ihrer \u00f6kologischen Funktionen\u201c<\/em>. Die \u00d6kologie ist eine wertfreie Wissenschaft, die sich mit den Wechselwirkungen befasst, die die Verbreitung und H\u00e4ufigkeit der Organismen bestimmen. Siehe hierzu LAMPERT [13]. Beispiel: <span style=\"text-decoration: underline;\">Eine<\/span> \u00f6kologische Funktion eines zumeist weniger geliebten, aber \u00f6kologisch hoch interessanten G\u00fclleteiches als Biotop besteht darin, ein seltenes Habitat f\u00fcr das sch\u00f6ne Insekt <a href=\"http:\/\/www.entomart.be\/nouveaux\/NEO-0213-Eristalist.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" target=\"_blank\">Eristalis tenax<\/a> zu sein. Mit der Reinigung des G\u00fclleteiches w\u00fcrde man diese Tierart im Extremfall ausrotten, was nicht nur nach \u00a7 2 (1), sondern auch nach \u00a7 2 (2) des Wasserrechtes des Landes Sachsen-Anhalt verboten w\u00e4re. Wie man sieht, kann man mit dem Verschlechterungsgebot recht willk\u00fcrlich oder beliebig umgehen. Es ist letztlich nur eine Frage der Interpretationsbefugnis und was man konkret will.<\/p>\n<p>____________________<\/p>\n<p>Siehe auch:<a rel=\"bookmark\" href=\"..\/2011\/02\/renaturierung-see-domersleben\/\" target=\"_blank\"> Reaktion auf dieses Gutachten<\/a><\/p>\n<p>Bislang nicht ver\u00f6ffentlichtes Foto vom Faulen See:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-02.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" title=\"Fauler See 02\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3797\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Fauler See 02\" src=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-02.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"512\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-03.jpg\" rel=\"lightbox[3793]\" title=\"Fauler See 03\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3798\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"Fauler See 03\" src=\"http:\/\/www.institut-halbach.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Fauler-See-03.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"512\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung ausgew\u00e4hlter Aspekte, die einer Sanierung des Domerslebener Sees entgegen zustehen scheinen Teilanonymisierte Stellungnahme Auftraggeber: Stadt Wanzleben-B\u00f6rde &#8211; Ortschaft Domersleben Markt 1-2, 39164 Wanzleben Auftragnehmer: Institut f\u00fcr Wasserwirtschaft Halbach Schlo\u00dfstra\u00dfe 2, 08412 Werdau Bearbeiter: Uwe Halbach Diplom-Ingenieur (FH) f\u00fcr Wasserwirtschaft &amp; Diplom-Volkswirt Ausfertigung: Internet gez. U. Halbach Institutsleiter Werdau, den 24. September 2010 Inhaltsverzeichnis 1 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"footnotes":""},"categories":[184],"tags":[228,229,230,220,231,232,233,234,235,225,236,237,238,239,240],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3793"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3793"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3793\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}