{"id":1935,"date":"2010-02-24T16:52:41","date_gmt":"2010-02-24T15:52:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.institut-halbach.de\/?p=1935"},"modified":"2010-02-24T16:52:41","modified_gmt":"2010-02-24T15:52:41","slug":"gliederungsvorschlaege-fuer-umfangreiche-und-komplexe-gutachten-sowie-punktesachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/2010\/02\/24\/gliederungsvorschlaege-fuer-umfangreiche-und-komplexe-gutachten-sowie-punktesachen\/","title":{"rendered":"Gliederungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr umfangreiche und komplexe Gutachten sowie &#8222;Punktesachen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gliederungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr umfangreiche und komplexe Gutachten sowie &#8222;Punktesachen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Umfangreiche und komplexe Gutachten<\/p>\n<p>Diese Gliederung ist keine Vorschrift, sondern nur als Anregung zu verstehen.<\/p>\n<p>Sie eignet sich f\u00fcr umfangreiche und interdisziplin\u00e4re Gutachten.<\/p>\n<p><strong>1 Allgemeine Hinweise<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li> Einf\u00fchrung in die Problematik<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Wer hat unterst\u00fctzt und wie mitgewirkt<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>2 Beschreibung des momentanen Standes, der Situation&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1 Ziele der Untersuchung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li> Wie ist das Problem zu definieren?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Worin besteht das Problem?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Fakten und schon bekannte Zusammenh\u00e4nge<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Welche Ziele sind zu definieren, damit die Problematik gel\u00f6st werden kann?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>2.2 Aufgabenstellung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li> Welche Aufgaben m\u00fcssen f\u00fcr die Probleml\u00f6sung bew\u00e4ltigt werden?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Reihenfolge der Aufgaben<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Was ist warum nicht Gegenstand der Untersuchung?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Warum welche Abgrenzungen?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3. Begr\u00fcndung des L\u00f6sungsweges<\/strong><\/p>\n<p><strong>3.1 L\u00f6sungsweg<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li> Wie ist das Problem l\u00f6sbar?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.2 Pr\u00e4missen &#8211; Annahmen bzw. Bedingungen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li> Welche Voraussetzungen sind f\u00fcr den logischen Schlu\u00df erforderlich?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Was mu\u00df geschehen, damit der L\u00f6sungsweg und die Aussage des Gutachtens war sind bzw. war werden?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Wann gilt das Gutachten nicht?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.3 Untersuchungsmethoden<\/strong><\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Methodenwahl und ggf. Methodenbeschreibung<\/p>\n<ul>\n<li> Analysenmethoden<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Me\u00dfmethoden<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.4 Auswertungsmethoden<\/strong><\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Methodenwahl und ggf. Methodenbeschreibung<\/p>\n<ul>\n<li> Statistik<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> LAWA<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Geb\u00fchrenbedarfsberechnung<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>4. Bearbeitungsverlauf<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li> ggf. erg\u00e4nzende konkrete Hinweise zu w\u00e4hrend der Bearbeitung erkannten weiteren Problemen oder Begr\u00fcndung der \u00c4nderung des L\u00f6sungsweges<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Welche Schwierigkeiten waren vorher bekannt?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Welche Schwierigkeiten wurden erst im Laufe der Bearbeitung erkannte?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Wie wurden die Schwierigkeiten bew\u00e4ltigt?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>5. Untersuchungsergebnisse<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li> Welche Resultate wurden erzielt?<\/li>\n<\/ul>\n<p>In diesem Punkt in der Regel keine Diskussion und Bewertung!<\/p>\n<p><strong>6. Auswertung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li> Diskussion der Ergebnisse<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Bewertung der Ergebnisse<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li> Hinweise f\u00fcr weitere Untersuchungen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>7. ggf. Entscheidungsvorschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p><strong>8. Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p><strong>9. Quellen- und Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p><strong>10. Anlagenverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>Gutachten \u00fcber &#8222;Punktesachen&#8220;<\/p>\n<p>Diese Gliederung ist keine Vorschrift, sondern nur als Anregung zu verstehen.<\/p>\n<p>Sie eignet sich f\u00fcr die in der Regel h\u00e4ufiger vorkommenden Punktesachen in Beweisbeschl\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im folgenden wird an Hand eines beispielhaften Beweisbeschlusses der Aufbau einer Gliederung f\u00fcr das konkrete Gutachten abgeleitet.<\/p>\n<p>Beispielhafter Beweisbeschlu\u00df:<\/p>\n<p>&#8222;Beweisbeschluss 1: auf Antrag der Kl\u00e4gerin soll durch Einholung eines Sachverst\u00e4ndigengutachtens dar\u00fcber Beweis erhoben werden,<\/p>\n<p>a) ob auf Grund des Anschlusses der Beklagten an die Entw\u00e4sserungsanlage f\u00fcr das Anwesen +++ Str. 140 in eine planerische, technische und bauliche Erweiterung erforderlich wurde, und zwar eine genaue \u00dcberpr\u00fcfung der Pumpleistungskapazit\u00e4t der urspr\u00fcnglich geplanten Pumpe, die Einholung eines neuen Angebotes einer gr\u00f6\u00dfer dimensionierten Pumpe, die Anbringung einer gr\u00f6\u00dfer dimensionierten Pumpe, die Anbringung eines zus\u00e4tzlichen Anschluss-Stutzens im \u00f6stlichen Bereich der Pumpstation, eine Erweiterung des Schachtes und der Einbau einer st\u00e4rkeren Pumpe. Hierbei soll insbesondere auf den Einwand der Beklagten eingegangen werden, die Kapazit\u00e4t der urspr\u00fcnglich vorgesehenen Entw\u00e4sserungsanlage sei ausreichend gewesen, auch die Abwasser der Beklagten aufzunehmen.<\/p>\n<p>b) F\u00fcr den Fall, dass die unter a) aufgeworfene Frage bejaht wird, ob der Kl\u00e4gerin ein damit verbundener zus\u00e4tzlicher Kostenaufwand von mindestens 7.500,00 DM netto entstanden ist bzw. wie hoch die zus\u00e4tzlichen Kosten der Kl\u00e4gerin waren.&#8220;<\/p>\n<p>Aus diesem Beweisbeschlu\u00df sind folgende 9 Fragen abzuleiten:<\/p>\n<p><strong>Gliederung der Beweisaufgaben<\/strong><\/p>\n<p><strong>Beweisaufgabe 1<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Beweisbeschluss 1: auf Antrag der Kl\u00e4gerin soll durch Einholung eines Sachverst\u00e4ndigengutachtens dar\u00fcber Beweis erhoben werden,<br \/>\na) ob auf Grund des Anschlusses der Beklagten an die Entw\u00e4sserungsanlage f\u00fcr das Anwesen +++ in +++ eine planerische, technische und bauliche Erweiterung erforderlich wurde,&#8230;&#8220; [1]<\/p>\n<p><strong>Beweisaufgabe 2<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;&#8230;genaue \u00dcberpr\u00fcfung der Pumpleistungskapazit\u00e4t der urspr\u00fcnglich geplanten Pumpe,&#8230; &#8220; [1]<\/p>\n<p><strong>Beweisaufgabe 3<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;&#8230;die Einholung eines neuen Angebotes einer gr\u00f6\u00dfer dimensionierten Pumpe,&#8230;&#8220; [1]<\/p>\n<p><strong>Beweisaufgabe 4<\/strong><\/p>\n<p>Erfordernis der &#8222;&#8230;Anbringung einer gr\u00f6\u00dfer dimensionierten Pumpe,&#8230;&#8220; [1]<\/p>\n<p><strong>Beweisaufgabe 5<\/strong><\/p>\n<p>Erfordernis der &#8222;&#8230;Anbringung eines zus\u00e4tzlichen Anschluss-Stutzens im \u00f6stlichen Bereich der Pumpstation,&#8230;&#8220; [1]<\/p>\n<p><strong>Beweisaufgabe 6<\/strong><\/p>\n<p>Erfordernis der &#8222;&#8230;Erweiterung des Schachtes&#8230;&#8220; [1]<\/p>\n<p><strong>Beweisaufgabe 7<\/strong><\/p>\n<p>Erfordernis des Einbaus &#8222;&#8230;einer st\u00e4rkeren Pumpe&#8230;&#8220; [1]<\/p>\n<p><strong>Beweisaufgabe 8<\/strong><\/p>\n<p>Pr\u00fcfung des Einwandes der Beklagten: &#8222;Die Kapazit\u00e4t der urspr\u00fcnglich vorgesehenen Entw\u00e4sserungsanlage sei ausreichend gewesen, auch die Abwasser der Beklagten aufzunehmen.&#8220; [1]<\/p>\n<p><strong>Beweisaufgabe 9<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den Fall, dass auf Grund des Anschlusses der Beklagten an die Entw\u00e4sserungsanlage f\u00fcr das Anwesen ++++ in +++ eine planerische, technische und bauliche Erweiterung erforderlich wurde, ist zu pr\u00fcfen, ob der Kl\u00e4gerin ein damit verbundener zus\u00e4tzlicher Kostenaufwand von mindestens 7.500,00 DM netto entstanden ist bzw. wie hoch die zus\u00e4tzlichen Kosten der Kl\u00e4gerin waren. [1]<\/p>\n<p>Eine R\u00fcckversicherung des Sachverst\u00e4ndigen bei Gericht ergab, da\u00df die Beweisaufgaben 4 sowie 7 zwar unterschiedlich lauten, aber im Kern identisch sind. (Sie brauchen nur einmal beantwortet zu werden.)<\/p>\n<p><strong>Gliederungsvariante:<\/strong><\/p>\n<p>1. Grunds\u00e4tzliche Hinweise<\/p>\n<p>2. Ortstermin<\/p>\n<p>3. Beweisaufgabe 1<\/p>\n<p>&#8222;Beweisbeschluss 1: auf Antrag der Kl\u00e4gerin soll durch Einholung eines Sachverst\u00e4ndigengutachtens dar\u00fcber Beweis erhoben werden, ob auf Grund des Anschlusses der Beklagten an die Entw\u00e4sserungsanlage f\u00fcr das Anwesen +++ in +++ eine planerische, technische und bauliche Erweiterung erforderlich wurde,&#8230;&#8220; [1]<\/p>\n<p>3.1 Untersuchungsmethoden f\u00fcr Beweisaufgabe 1<\/p>\n<p>3.2 Untersuchungsergebnisse &#8211; Beweisaufgabe 1<\/p>\n<p>3.3 Zusammenfassung &#8211; Beweisaufgabe 1<\/p>\n<p>4. Beweisaufgabe 2<\/p>\n<p>&#8222;&#8230;genaue \u00dcberpr\u00fcfung der Pumpleistungskapazit\u00e4t der urspr\u00fcnglich geplanten Pumpe,&#8230; &#8220; [1]<\/p>\n<p>4.1 Untersuchungsmethoden f\u00fcr Beweisaufgabe 2<\/p>\n<p>4.2 Untersuchungsergebnisse &#8211; Beweisaufgabe 2<\/p>\n<p>4.3 Zusammenfassung &#8211; Beweisaufgabe 2<\/p>\n<p>5. Beweisaufgabe 3<\/p>\n<p>&#8222;&#8230;die Einholung eines neuen Angebotes einer gr\u00f6\u00dfer dimensionierten Pumpe,..&#8220; [1]<\/p>\n<p>5.1 Untersuchungsmethoden f\u00fcr Beweisaufgabe 3<\/p>\n<p>5.2 Untersuchungsergebnisse &#8211; Beweisaufgabe 3<\/p>\n<p>5.3 Zusammenfassung &#8211; Beweisaufgabe 3<\/p>\n<p>u.s.w.<\/p>\n<p>6. Quellen- und Literaturverzeichnis<\/p>\n<p>[1]<br \/>\nProze\u00dfakte<\/p>\n<p>[2]<\/p>\n<p>7. Anlagenverzeichnis<\/p>\n<p>Anlage 1: &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gliederungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr umfangreiche und komplexe Gutachten sowie &#8222;Punktesachen&#8220; Umfangreiche und komplexe Gutachten Diese Gliederung ist keine Vorschrift, sondern nur als Anregung zu verstehen. Sie eignet sich f\u00fcr umfangreiche und interdisziplin\u00e4re Gutachten. 1 Allgemeine Hinweise Einf\u00fchrung in die Problematik Wer hat unterst\u00fctzt und wie mitgewirkt 2 Beschreibung des momentanen Standes, der Situation&#8230; 2.1 Ziele der Untersuchung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"footnotes":""},"categories":[9,5],"tags":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1935"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1935"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1935\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1935"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1935"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerichtsgutachten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1935"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}